Baden-Württemberg hinkt hinterher – ist das eine Chance?

Land startet mit einem Jahr Verspätung in die Pflegefachassistenzausbildung

11.02.2026

„Endlich!“ wollte man ausrufen, als im Herbst 2025 nach zähem Ringen das Pflegefachassistenzeinführungsgesetz verabschiedet wurde. Endlich gibt es für Pflegefachassistent:innen ein bundesweit einheitliches Berufsbild mit generalistisch ausgerichteter, 18-monatiger Ausbildung, die den bisherigen Flickenteppich aus sage und schreibe 27 unterschiedlichen Ausbildungsgängen nach landesrechtlichen Regelungen ablöst.

Am 1. Januar 2027 tritt das Gesetz in Kraft und der neue Ausbildungsgang kann in ganz Deutschland beginnen. In ganz Deutschland? Nein, Baden-Württemberg schert aus und hat den Beginn der Pflegefachassistenzausbil-dung auf 2028 verschoben. 

„Wir freuen uns sehr, dass es nun eine einheitliche Regelung zur Pflege-fachassistenzausbildung gibt und viele – wenn auch nicht alle – Forderungen unseres Berufsverbandes darin umgesetzt wurden.“ sagt Andrea Kiefer, Vorsitzende des DBfK Südwest e. V. „Gleichzeitig ist es unverständlich, dass Baden-Württemberg mit der Umsetzung des Gesetzes nun buchstäblich hinterherhinkt.“ Dennoch sieht sie in der Verzögerung auch eine Chance. „Baden-Württemberg muss die selbstgewählte zeitliche Verzögerung bei der Umsetzung des Gesetzes konstruktiv nutzen.“ mahnt Andrea Kiefer. Die bundesrechtlichen Vorgaben des Gesetzes müssen nun in landesrechtliche Regelungen überführt werden. „Wir fordern die Erstellung eines Rahmenlehrplans für die praktische Ausbildung und ein landesweit einheitliches Curriculum für alle Bildungsträger, um einheitliche Qualitätsstandards zu erzielen. Qualifizierte Pflegefachassistent:innen können dem vielzitierten Fachkräftemangel entgegenwirken und Pflegequalität sowie Patientensicherheit unterstützen. Die neue Ausbildung der Pflegefachassistent:innen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Versorgungssicherheit und darf keinen Fehlstart erleiden.“


DBfK Südwest e. V. * Eduard-Steinle-Straße 9 * 70619 Stuttgart

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