17.09.2026
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Südwest unterstützt den neuen Aktionsplan „Impfen in Baden-Württemberg stärken – Gemeinsam für höhere Impfquoten“. Zusammen mit zahlreichen Akteur:innen des Gesundheitswesens will das Land damit Impflücken schließen und die Impfquoten in Baden-Württemberg erhöhen.
„Menschen besser zu informieren, Zugänge zu erleichtern und die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zu stärken, ist der richtige Ansatz. Pflegefachpersonen erreichen Menschen in nahezu allen Lebensphasen und Versorgungssettings – im Krankenhaus ebenso wie in der ambulanten und stationären Langzeitpflege oder in gemeindenahen Angeboten. Diese Potenziale der Pflege sollten wir für Prävention und Impfberatung konsequent nutzen“, sagt Andrea Kiefer, Vorsitzende des DBfK Südwest.
Der Aktionsplan setzt auf fünf Handlungsfelder: Kommunikation und Aufklärung, leichter zugängliche Impfangebote, digitale Erinnerungssysteme, geeignete Anreize sowie eine stärkere Vernetzung der beteiligten Akteur:innen. Die Impfquoten in Baden-Württemberg liegen bei zahlreichen Impfungen unter dem Bundesdurchschnitt. So waren beispielsweise 2024 nach den im Aktionsplan genannten Daten nur 42 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 26 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft; bundesweit waren es 55 beziehungsweise 36 Prozent.
Für den DBfK Südwest ist insbesondere eine gute, wissenschaftsbasierte Impfkommunikation wichtig. Pflegefachpersonen haben häufig kontinuierlichen und vertrauensvollen Kontakt zu Patient:innen, Bewohner:innen und Angehörigen und können dazu beitragen, Informationsbedarfe zu erkennen, Fragen aufzugreifen und auf geeignete Impfangebote hinzuweisen.
„Der Aktionsplan ist ein guter Ausgangspunkt. Entscheidend wird jetzt sein, aus der gemeinsamen Erklärung konkrete Maßnahmen zu machen. Dabei sollte professionelle Pflege nicht nur bei der Kommunikation mitgedacht, sondern in Präventionsstrategien und regionale Netzwerke systematisch einbezogen werden“, so Kiefer.
Die beteiligten Organisationen sollen nun im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten Maßnahmen umsetzen. Über den Stand und erste Ergebnisse soll 2027 in der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen berichtet werden.