Mitgestalten statt nur dabei sein: Ein Blick hinter die Kulissen der Delegiertenarbeit im DBfK

Interview mit Jana Feldwieser-Knahl

17.06.2026

Mitgestalten statt nur dabei sein: Ein Blick hinter die Kulissen der Delegiertenarbeit im DBfK
Mitgestalten statt nur dabei sein: Ein Blick hinter die Kulissen der Delegiertenarbeit im DBfK

Wie können DBfK-Mitglieder berufspolitische Themen aktiv voranbringen? Jana Feldwieser-Knahl hat diese Frage bei ihrer ersten Delegiertenversammlung als Delegierte des DBfK Nordwest praktisch erlebt. Sie spricht über Verantwortung, Vernetzung und die Bedeutung fachlicher Debatten im Verband.

Du bist seit Oktober 2025 Delegierte für den Regionalverband Nordwest und hast am 12./13. Juni an der Delegiertenversammlung teilgenommen. Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Jana Feldwieser-Knahl: In meinem Vorstellungstext zur Delegiertenwahl im vergangenen Jahr hatte ich formuliert, dass ich Mitglieder aktiv vertreten möchte. In der intensiven Vorbereitung auf die Delegiertenversammlung wurde mir zunehmend klar, was das bedeutet. Ich habe im Vorfeld über 180 Seiten an Dokumenten durchgelesen, zahlreiche Gespräche geführt und mich inhaltlich mit den behandelten Themen auseinandergesetzt. Das hat mir gezeigt, wie viel Verantwortung diese Rolle mit sich bringt. Und es hat mir dabei geholfen, noch besser zu verstehen, wie der Verband funktioniert, wie er strukturiert ist und welche Aufgaben Delegierte tatsächlich übernehmen.

Welche Themen waren für dich besonders wichtig?

Jana Feldwieser-Knahl: Besonders spannend war für mich mein erster eigener Antrag für ein Positionspapier zum Public Health Index 2025, der einstimmig beschlossen wurde. Das hat mich gefreut und auch eine spannende Diskussion angeregt. Neben den vielen weiteren Anträgen zu Verbandsstrukturen habe ich also einen fachlichen Schwerpunkt gesetzt. Genau das halte ich für zentral: Neben strukturellen Fragen müssen auch die aktuellen Herausforderungen in Pflege und Gesundheit im Fokus stehen.

Als Regionalverband Nordwest konnten wir mit Anträgen zu Themen wie Gewalt gegen Frauen und der Etablierung von Chief Government Nurses auch weitere Akzente in einem breiten und relevanten Themenspektrum setzen.

Welche Erfahrungen nimmst du aus den zwei intensiven Tagen der Delegiertenversammlung mit?

Jana Feldwieser-Knahl: Wie wichtig Vernetzung innerhalb des Verbandes ist und wie sehr es sich lohnt, genau hinzuschauen und sich aktiv einzubringen. Die von uns beschlossene Strukturreform* zeigt, dass wir daran arbeiten, den Verband langfristig zukunftsfähig und für Mitglieder attraktiver zu gestalten. Und selbst wenn diese eher verbandsbezogenen Themen in der Diskussion viel Raum eingenommen haben, hat sich auch gezeigt: Der DBfK bleibt ein Verband, der fachliche Inhalte nicht aus dem Blick verliert, sondern gerade in Zeiten grundlegender Veränderungen offen für Debatten und berufspolitische Weiterentwicklung ist.

*Die Delegierten haben sich auf eine weitreichende Änderung des DBfK Bundesverbands inklusive Wahlordnung und Rahmensatzung geeinigt. Kurz zusammengefasst:

  1. Die Bundesfachgruppen sollen aufgelöst und die Bundesarbeitsgemeinschaften durch Bundesfachnetzwerke und -Expert:innengruppen ersetzt werden, die künftig den Vorstand und die Delegierten beraten.
  2. Die Delegiertenversammlung wird in Bundesdelegiertenkonferenz umbenannt und von 56 auf 22 Sitze reduziert.

Die Teilnehmenden der Delegiertenversammlung 2026 (Foto: DBfK/ines-fotografie.berlin)
Die Teilnehmenden der Delegiertenversammlung 2026 (Foto: DBfK/ines-fotografie.berlin)

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