18.03.2026
Dass Pflegefachpersonen mehr Befugnisse bekommen sollen, ist beschlossene Sache. Doch die Umsetzung lässt auf sich warten. „Wenn wir wollen, dass sich morgen etwas verändert, müssen wir heute damit anfangen“, appellierte der Vorsitzende des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest, Dr. Martin Dichter, auf dem Pflegetag Bremen 2026 am Dienstag. Bremen könnte eine Vorreiterrolle einnehmen.
Im Rahmen eines Publikumsdialogs auf dem Bremer Pflegetag 2026 wurde deutlich, dass die Umsetzung des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) große Chancen für eine bessere Gesundheitsversorgung in Bremen bietet. Doch ohne entschlossenes Handeln drohen Dichter zufolge weitere Verzögerungen, obwohl die Zeit drängt: „Bis zum Jahr 2030 wird der demografische Wandel massiv an Fahrt aufnehmen, es werden deutlich mehr Menschen medizinische und pflegerische Unterstützung brauchen. Wie lange wollen wir also warten, bis wir endlich Pflegefachpersonen mit erweiterten Befugnissen im Feld haben?“
Auch die Leiterin des Referats Rechtsangelegenheiten Gesundheit, Berufe- und Sozialversicherungsrecht der Bremer Gesundheitsbehörde, Dr. Verena Ortner, unterstrich in ihrem Grußwort im Namen Behörde die Bedeutung des Gesetzes für die zukünftige Versorgung in Bremen. Es eröffne „viele Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten, die wir nutzen sollten und werden“. Zugleich machte Ortner deutlich, dass ein grundlegender Perspektivwechsel notwendig sei: „Langfristig müssen wir weg von einer rein arztzentrierten Versorgung und die Kompetenzen der Pflege besser nutzen.“ Die fachliche Expertise etwa in der Diabetesversorgung und bei Demenz liege schon immer in der professionellen Pflege.
Damit rannte Ortner beim DBfK Nordwest offene Türen ein, denn der Verband wirbt schon seit langem für eine neue und weniger arztzentrierte Rollenverteilung in der Gesundheitsversorgung. Geschäftsführerin Sandra Mehmecke betonte beim Pflegetag Bremen 2026, dass es auch darum gehe, Pflegefachpersonen endlich zu ermöglichen, eigenständig mit den Kassen abzurechnen, also gesetzlich Versicherten bestimmte Leistungen anbieten und abrechnen zu können. „Das ist das, worüber wir reden. Und wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir Einfluss nehmen können“, so Mehmecke.
Der Pflegetag Bremen 2026 hat damit ein klares Signal gesetzt: Die gesetzlichen Grundlagen sind geschaffen, jetzt kommt es auf die Umsetzung an. Die neuen Befugnisse für qualifizierte Pflegefachpersonen müssen zügig in der Praxis ankommen – in Bremen und bundesweit.