Kürzungen beim Pflegestudium: An Hamburgs Pflegeschulen droht ein Kollaps

27.08.2026

Der Hamburger Senat hat ohne Vorwarnung die Gelder und damit die Existenzgrundlage für den einzigen Studiengang in Hamburg gekürzt, der für eine Lehrtätigkeit in der Pflegeausbildung nach den Vorgaben des Pflegeberufegesetzes befähigt. „Das ist ein gefährlicher bildungspolitischer Rückschritt“, kritisiert Lili Mallée, Vorstandsmitglied des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest. „Hamburg spart ausgerechnet dort, wo die Zukunft der Pflegeausbildung und damit auch die langfristige Versorgungssicherheit entschieden wird: bei den dringend benötigten, gut qualifizierten Lehrpersonen.“

Konkret geht es um den Masterstudiengang „Pflege- und Therapiewissenschaften“ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) und der Universität Hamburg, der zum kommenden Wintersemester Pflegefachpersonen für die Lehre von Pflegeauszubildenden an beruflichen Schulen qualifizieren sollte. 32 Bewerber:innen erhielten nun, wenige Wochen vor Studienbeginn, eine Absage. Einen anderen, vergleichbaren Qualifizierungsweg in Hamburg gibt es nicht. „Das sind 32 potenzielle Lehrpersonen, die Hamburg verloren gehen. Und das wird sich an den Pflegeschulen bemerkbar machen“, mahnt Mallée. 

 Denn bereits heute gibt es einen Mangel an qualifizierten Pflegepädagog:innen mit Masterabschluss. Viele Hamburger Pflegeschulen beschäftigen deshalb Lehrende, die nur auf Bachelorniveau oder durch einen „artverwandten“ Masterabschluss ausgebildet, jedoch formal nicht für eine Lehrtätigkeit in der Pflegeausbildung qualifiziert sind. Möglich macht dies eine Übergangsfrist mit Ausnahmeregelungen im Pflegeberufegesetz, die Ende 2029 ausläuft. Bis 2030 müssen sich die betreffenden Lehrpersonen mit einem pflegepädagogischen Masterabschluss nachqualifizieren, um ihre Tätigkeit weiter ausüben zu können. Entfällt nun also der einzige Qualifizierungsweg, droht an den Pflegeschulen im schlimmsten Fall schon in wenigen Jahren ein Kollaps. 

 Der DBfK Nordwest fordert den Hamburger Senat deshalb auf, den Masterstudiengang „Pflege- und Therapiewissenschaften“ und die akademische Ausbildung in der Pflege in Hamburg insgesamt finanziell abzusichern. Denn parallel wurden auch dem Bachelorstudiengang Pflege in Hamburg Gelder gestrichen, den die Hochschulen nun auf eigene Kosten weiterführen müssen. 

„Wer heute an der Qualifizierung von Lehrpersonen spart, zahlt morgen einen sehr viel höheren Preis: weniger Ausbildungsplätze, weniger Pflegefachpersonen und eine schlechtere regionale Gesundheitsversorgung“, so Mallée. „Das kann und darf nicht im Interesse des Hamburger Senats sein.“

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