Pflege braucht Frauen, die Politik gestalten

Aus einem Workshop entsteht ein neues politisches Netzwerk

07.10.2026

Persönliche Einblicke, offener Austausch und gegenseitige Ermutigung: Beim Workshop „Pflege. Macht. Politik!“ des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) diskutierten 15 DBfK-Mitglieder mit vier Politikerinnen über Wege in die Politik. Daraus entstand der Wunsch nach einem dauerhaften Netzwerk, das nun in Kürze an den Start gehen wird. Ein wichtiges Signal, findet DBfK Nordwest-Geschäftsführerin Sandra Mehmecke: „Denn wir brauchen dringend mehr Frauen aus der professionellen Pflege, die ihre Erfahrung und fachliche Expertise in politische Entscheidungen einbringen.“

Wie finden Pflegefachfrauen ihren Weg in politische Ämter? Wie verschaffen sie ihren Themen Gehör – und wie gelingt es, aus fachlichen Anliegen politische Entscheidungen zu machen? Diese Fragen standen am 6. Oktober 2026 im Mittelpunkt des DBfK-Workshops „Pflege. Macht. Politik!“. Unter dem Schwerpunkt „Wege in die Politik – mit besonderem Fokus auf Frauen“ tauschten sich die Teilnehmerinnen mit Birte Pauls (SPD Schleswig-Holstein), Katharina Schulz (Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein), Marleen Schönbeck (CDU Nordrhein-Westfalen) und Andrea Prell (SPD Niedersachsen) aus.

Die vier Politikerinnen berichteten offen und ermutigend von ihren persönlichen Wegen in die Politik. Ihre Erfahrungen boten Einblicke in Chancen und Hürden politischen Engagements. Und sie machten Mut, selbst aktiv zu werden. Ein gemeinsames Anliegen zog sich durch die Gespräche: In den Parlamenten sitzen viel zu wenige Menschen mit einem beruflichen Hintergrund in der Pflege – und insgesamt viel zu wenig Frauen. Damit fehlt dort häufig die unmittelbare Erfahrung derjenigen, die pflegerische Versorgung täglich gestalten und Verantwortung für sie tragen.

Position beziehen und sich Gehör verschaffen

Der Austausch blieb nah an den Fragen der Teilnehmerinnen. Wie bestimmt darf man auftreten? Wie viel „auf die Füße treten“ ist erlaubt oder sogar notwendig, um ein Thema voranzubringen? Und wie lässt sich die eigene Position vertreten, wenn Widerstände auftreten?

Auch die Frage, ob und wie Frauen „anders Politik machen“, wurde diskutiert. Dabei ging es um persönliche Erfahrungen, unterschiedliche Erwartungen und darum, den eigenen Weg zu finden, um politisch wirksam zu werden. Die Politikerinnen bestärkten die Teilnehmerinnen darin, ihre pflegefachliche Expertise einzubringen und politische Gestaltungsmöglichkeiten für sich zu erschließen.

Die aktuelle politische Situation u.a. in Sachsen-Anhalt war ebenfalls Thema. Für einige Teilnehmerinnen ist sie ein konkreter Anlass, selbst politisch aktiv zu werden. Der Austausch zeigte damit auch: Politisches Engagement beginnt häufig dort, wo Menschen selbst Einfluss nehmen möchten.

Vom Workshop zum Netzwerk

Am Ende bestand Einigkeit: Dieses Format soll fortgesetzt werden. Der persönliche Austausch über Parteigrenzen und Bundesländer hinweg wurde als inspirierend und bestärkend erlebt.

Geplant sind weitere Treffen: ein vertraulicher Rahmen exklusiv für Frauen im DBfK, die sich auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene politisch engagieren, engagieren möchten oder bereits erste Schritte gegangen sind. Im Mittelpunkt des neuen Netzwerks „Pflege. Frauen. Politik – politische Netzwerkabende für Frauen im DBfK“ sollen Vernetzung, Erfahrungsaustausch und gegenseitige Ermutigung stehen.

Der Workshop hat dafür einen Anfang gemacht. Er brachte Frauen zusammen, die ihre berufliche Erfahrung auch politisch wirksam werden lassen wollen. Und er zeigte, wie wertvoll es ist, auf diesem Weg voneinander zu lernen und sich gegenseitig den Rücken zu stärken.

Die nächsten Termine werden in den Medien des DBfK zeitnah bekanntgegeben.

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