Pflege in Niedersachsen stärken: DBfK-Forderungen erreichen den Landtag

Antrag setzt Impulse für Ausbildung und erweiterte Pflegekompetenzen

08.10.2026

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest begrüßt den Antrag „Pflegeausbildung in Niedersachsen weiterentwickeln und erweiterte Pflegekompetenzen verlässlich umsetzen“ von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. „Die beiden Regierungsparteien greifen zentrale Forderungen des DBfK auf, darunter ein landesweit einheitliches Verfahren zur Kompetenzfeststellung von Pflegefachpersonen und eine qualifizierte Praxisanleitung auch bei verkürzter Pflegefachassistenzausbildung“, kommentiert DBfK Nordwest-Geschäftsführerin Sandra Mehmecke den Antrag nach seiner ersten Beratung im Niedersächsischen Landtag am Donnerstag. Der Verband dringt nun auf eine zügige Umsetzung.

„Gute Ausbildungsbedingungen, die wirksame Nutzung pflegerischer Kompetenzen und eine verbindlich verankerte Mitgestaltung der Pflegepolitik durch die Profession Pflege gehören zusammen. Sie sind entscheidend dafür, dass Menschen auch künftig eine verlässliche und qualitativ hochwertige Versorgung erhalten“, so Mehmecke. Besonders unterstützt der DBfK Nordwest vier Schwerpunkte:

  1. Ausbildungsqualität verlässlich sichern: Praxisanleitung muss im Ausbildungsalltag tatsächlich stattfinden. Auch bei verkürzten Zugangswegen zur Pflegefachassistenz müssen praktische Kompetenzen verlässlich nachgewiesen und einheitliche Qualitätsmaßstäbe angewendet werden.
  2. Hochschulische Pflegeausbildung stärken: Niedersachsen braucht bedarfsgerechte Studienkapazitäten, geeignete Lehr- und Lernstrukturen sowie berufliche Perspektiven, in denen hochschulisch qualifizierte Pflegefachpersonen ihre Kompetenzen in der Versorgung einsetzen können.
  3. Erweiterte Pflegekompetenzen wirksam umsetzen: Die Möglichkeiten des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) benötigen klare Zuständigkeiten und transparente, qualitätsgesicherte Verfahren zur staatlichen Kompetenzfeststellung. Auch berufserfahrene Pflegefachpersonen müssen ihre einschlägigen Kompetenzen verlässlich nachweisen können.
  4. Die Pflegeprofession dauerhaft beteiligen: Das vorgesehene Konzept für eine institutionalisierte und eigenständige Beteiligung an landespolitischen Entscheidungen eröffnet eine wichtige Perspektive. Die berufliche und wissenschaftliche Expertise der Pflege muss strukturell in die Gestaltung der Versorgung einfließen.

„Politische Veränderungen brauchen fachliche Substanz, Ausdauer und einen verlässlichen Dialog. Wir freuen uns, dass wesentliche Vorschläge aus unserer Arbeit Eingang in diesen Antrag gefunden haben, und würdigen die Bereitschaft, diese Anliegen parlamentarisch aufzugreifen“, sagt Mehmecke. Auch die CDU-Fraktion signalisierte in der Beratung, dass „die Zielrichtung stimmt“ und sie eine konstruktive Diskussion im Sozialausschuss führen wolle.

„Wir setzen darauf, dass die weiteren Beratungen zu tragfähigen Beschlüssen führen. Für die Umsetzung braucht es klare Verantwortlichkeiten, einen nachvollziehbaren Zeitplan und die erforderlichen Ressourcen“, betont Mehmecke. Der DBfK Nordwest wird diesen Prozess mit seiner fachlichen Expertise weiter begleiten und gerne die Beratung im Sozialausschuss unterstützen.

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