15.10.2026
Anlässlich der Einsetzung der Pflegestrukturkommission durch das Bundesgesundheitsministerium hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ein umfassendes Positionspapier veröffentlicht. Der Verband warnt eindringlich davor, die Arbeit der Kommission auf reine Finanzierungsfragen zu verengen. Eine bloße Umverteilung der Finanzströme wird den Kollaps der Pflegeversicherung nicht verhindern. Die Pflegeversicherung bedarf einer grundlegenden Strukturreform, die das bisher ungenutzte Potenzial der professionellen Pflege endlich in den Mittelpunkt der Versorgung stellt.
„Wer die Pflegeversicherung zukunftssicher aufstellen will, muss die Weichen für eine bedarfsgerechte, eigenständige und effiziente Steuerung der Versorgung stellen“, erklärt DBfK-Präsidentin Vera Lux. Mit Blick auf die gestern eingesetzte Pflegestrukturkommission sieht der DBfK durchaus wichtige pflegewissenschaftliche Impulse gesetzt, mahnt jedoch eine konsequente Rückkopplung an die pflegerische Praxis an.
Der DBfK macht in seinem Papier deutlich: Die Lösung liegt in einem mutigen Systemumbau, der Finanzierungsfragen zwingend und untrennbar mit erweiterten pflegerischen Handlungsspielräumen verknüpft. Eine moderne, finanzierbare Versorgung braucht starke Pflegefachpersonen mit einem eigenen Leistungsrecht und autonomer Steuerungskompetenz sowie die radikale Überwindung starrer Sektorengrenzen.
Die Kernforderungen des DBfK im Überblick:
„Wir appellieren an die Mitglieder der Strukturkommission: Nutzen Sie dieses historische Zeitfenster für einen Neustart, der die Pflegeversicherung zukunftsfest und menschlich macht. – Der DBfK steht bereit, diesen Weg pflegefachlich fundiert und lösungsorientiert mitzugestalten.“, so DBfK-Präsidentin Vera Lux abschließend.
Hier ist das vollständige Positionspapier des DBfK abrufbar.